Domaine de Montbenay
Der Wein soll seinen eigenen Weg finden, begleitet, aber nicht dominiert werden. „Wie ein Kind, das das Velofahren lernt“, beschreibt Paul de Watteville seinen Ansatz – mit Geduld, Vertrauen und einem offenen Ohr für die feinen Nuancen.
Eintrag von Paul de Watteville ins Planscher-Freundschaftsbuch
- Wie würdest du euer Schaffen in drei Worten beschreiben? Spannend, anregend.
- Wann/Wo verlierst du die Nerven? An Regentagen.
- Es ist Mitternacht, was kommt ins Glas? Pet'Nat.
- Was ist die inspirierendste Arbeit während des Rebjahres? Die Überwachung natürlicher Gärungsprozesse.
- Was darf ein Wein nicht? Seelenlos.
- Und was machst du, wenn du mal nicht arbeitest? Ich besuche andere Weinkeller und probiere deren Weine.
Die Wurzeln des Domaine de Montbenay reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Heute führt Paul de Watteville das traditionsreiche Weingut in, OBACHT! bereits der 16. Generation – an seiner Seite steht sein Vater Maurice, der weiterhin mit Erfahrung und Herzblut begleitet. Unterstützt werden sie von den langjährigen Weggefährten Filippo und Giuseppe – gemeinsam bilden sie die vielleicht leidenschaftlichste kleine Equipe der Schweiz.
Die Handschrift des Weinguts: naturnah, bewusst zurückhaltend, stets mit dem Ziel, den Ausdruck der Traube und des Terroirs unverfälscht zur Geltung zu bringen. Die Vinifikation folgt, gemäss Paul, nach seiner Philosophie des "kontrollierten Nichtstuns". Der Wein soll seinen eigenen Weg finden, begleitet, aber nicht dominiert. „Wie ein Kind, das das Velofahren lernt“, beschreibt Paul de Watteville diesen Ansatz – mit Geduld, Vertrauen und einem offenen Ohr für die feinen Nuancen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vinifikation in Amphoren – ein mutiger Schritt, den das Weingut 2019 wagte. Seither reifen ein Pinot Noir und eine Syrah in handgefertigten Tonamphoren. Die Amphoren bewahren die Frische, Reinheit und Authentizität der Trauben.
Neben Amphoren kommen in der historischen Kellerei auch Holzfässer und Barriques zum Einsatz – darunter Fässer mit jahrhundertelanger Geschichte: Das älteste, 1771 gefertigt, vinifizierte über 2,5 Millionen Liter Wein, ehe es 2016 würdevoll in den Ruhestand trat. Noch heute wird es im Keller als lebendiges Denkmal der Familiengeschichte bewahrt.