Möhr-Niggli
Möhr-Niggli zeigt eindrücklich, wie moderner Schweizer Pinot Noir aussehen kann: präzise, eigenständig und tief verwurzelt in seiner Herkunft.
Eintrag von Sina & Matthias ins Planscher-Freundschaftsbuch
- Wie würdest du euer Schaffen in drei Worten beschreiben? Freudig, neugierig, gewissenhaft.
- Wann/Wo verlierst du die Nerven? Bürokratie, sinnbefreite Vorschriften sowie Schläuche und Kabel, die sich verheddern
- Es ist Mitternacht, was kommt ins Glas? Champagner.
- Was ist dein Lese- oder Hörtipp rund um Wein? Genuss im Bus.
- Was ist die inspirierendste Arbeit während des Rebjahres? Rebschnitt.
- Was darf ein Wein nicht? Langweilig sein; entschuldigt sein, weil er halt "anders" gekeltert wurde.
- Und was machst du, wenn du mal nicht arbeitest? Kochen, geniessen, Sport (Matthias), Stricken (Sina), reisen.
Möhr-Niggli in Maienfeld ist ein Weingut, das über Generationen gewachsen ist – geprägt von Menschen, die den Weinbau nicht nur als Beruf verstehen, sondern als tägliche Aufgabe gegenüber Landschaft, Reben und Herkunft. Heute führen Matthias und Sina Gubler-Möhr das Familienweingut in vierter Generation. Der Fokus liegt dabei klar auf Pinot Noir – einer Sorte, die in der Bündner Herrschaft längst mehr ist als nur Tradition.
Bewirtschaftet werden rund vier Hektaren in Maienfeld. Die Rebberge liegen zwischen 500 und 600 Metern über Meer, eingebettet zwischen Falknis, Steigwald und den charakteristischen Schuttkegeln der Bündner Herrschaft. Besonders der Stellibofel, ein von Mauern, Hecken und Natur umgebener Rebberg, bildet das Herzstück des Weinguts. Hier wird sichtbar, wie eng Natur, Biodiversität und Weinbau zusammenhängen: Eidechsen verschwinden zwischen Trockenmauern, seltene Vogelarten ziehen vorbei und mitten im Boden finden sich versteinerte Schnecken aus Urzeiten.
Gearbeitet wird nach den Prinzipien von Fair’n Green – nachhaltig, ganzheitlich und mit viel Respekt für das Kulturgut Wein. Im Keller bleibt die Handschrift klassisch und präzise: Jede Parzelle wird separat gelesen und individuell ausgebaut. Die Pinot Noirs reifen zwischen 12 und 20 Monaten in Pièces und Tonneaux, begleitet mit viel Ruhe und Fingerspitzengefühl statt mit unnötigen Eingriffen.
Entstehen tun Weine mit Tiefe, Spannung und erstaunlicher Langlebigkeit. Möhr-Niggli zeigt eindrücklich, wie moderner Schweizer Pinot Noir aussehen kann: präzise, eigenständig und tief verwurzelt in seiner Herkunft.